Unsere pädagogischen Ziele – KiGa

Unsere pädagogischen Ziele berücksichtigen die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und den komplexen Bereich der Bildung im Vorschulalter:

  • Wir verhelfen den Kindern zu größtmöglicher Selbstständigkeit und Eigenaktivität.
  • Jedes Kind hat seine eigene Entwicklungszeit, um bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln. Unser Ziel ist es, die Kinder hierbei individuell zu unterstützen und ihre Lernfreude anzuregen und zu stärken.
  • Wir ermöglichen den Kindern, ihre emotionalen Kräfte aufzubauen und zu entwickeln.
  • Wir fördern die ganzheitliche Entwicklung der Kinder, wobei wir die individuellen Neigungen und Begabungen jedes einzelnen Kindes berücksichtigen.
  • Wir möchten den Kindern zu einem achtsamen und wertschätzenden Umgang mit sich selbst und anderen gegenüber verhelfen. Denn nur, wer sich selbst mit Akzeptanz begegnet, empfindet diese auch für andere.

Bildung

Die kindgemäße Form des Lernens ist das Spiel. Dazu nutzen die Kinder all ihre Sinne, den gesamten Körper und ihre Gefühlswelt. Das wichtigste Ziel in dieser Phase ist aus lerntheoretischer Sicht die Vernetzung des Gehirns. Je mehr Erfahrungen ein Kind sammelt, umso mehr Nervenbahnen werden zwischen den Nervenzellen aufgebaut. So entsteht eine Grundstruktur für alle späteren Bildungsmaßnahmen. Durch Beobachten, Experimentieren, Nachahmen und Spielen werden Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft, Frustrationstoleranz und Selbstsicherheit erlernt. Hierfür bieten wir den Kindern im Kindergartenalltag viel Freiraum.

Experimente werden von uns nicht nur angeboten, um naturwissenschaftliche Fragen zu beantworten, sondern dienen auch zur Erweiterung der sozialen Kompetenzen:

  • Jedes Kind möchte einmal den Versuch durchführen: „Ich muss warten.“
  • Wenn ich mich vordrängle, sehen die anderen nichts.
  • Ich muss zuhören können, damit alle etwas verstehen.

Wird das Beobachtete nachher beschrieben, erweitert es den Sprachhorizont. Das Begreifen von logischen Zusammenhängen wird eingeübt.

Einen großen Stellenwert nehmen im Kindergartenalltag die selbst initiierten „Lerneinheiten“ der Kinder ein:

  • Welche Farbe entsteht, wenn ich Gelb und Blau mische?
  • Wie hoch kann ich schaukeln, ohne dass mir schlecht wird?
  • Können Käfer aus einem Sandeimer krabbeln?

Durch das Erforschen geben uns die Kinder einen Einblick in ihre Lebens- und Interessenwelt. So sind wir in der Lage, Fragen aufzugreifen und zu vertiefen.

Zusätzlich erfahren wir einiges über den Entwicklungsstand des Kindes und können Projekte anbieten, die einen unmittelbaren Bezug zu ihrem aktuellen Thema haben.

Sprache / Sprachförderung

Ausdrucksfähigkeit und Sprache sind grundlegende Kompetenzen zum Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen. Erst durch Sprachvermögen erlangt der Mensch die Fähigkeit, sein Leben aktiv zu gestalten. Die gesprochene Sprache bildet wiederum die Basis zum Erwerb der Schriftsprache und das altersgemäße Beherrschen der Muttersprache bedingt den Erfolg im Erwerb jeder weiteren Sprache.

Sprachliche Fähigkeit wird nicht nur durch genetische Veranlagung, sondern wesentlich durch die Lernumwelt des Kindes beeinflusst. Das Lernumfeld und die Lebenswelt unserer Kinder haben sich, bedingt durch soziale und technologische Veränderungen, stark gewandelt und viele Studien belegen heutzutage Defizite in der Sprachentwicklung.

Sprachliche Förderung sowie Förderung von Sprachverständnis und Wortschatz sind für uns wesentliche Bestandteile einer ganzheitlichen Erziehung und einer der Grundbausteine bei Toddlers, ist doch Sprache die Basis nahezu jeder Aktivität im Kindergarten.

Grundlage dafür ist ein sprachfreundliches Klima.

Hierzu zählen Qualitäten wie:

  • der positive Umgangston
  • das Gegenüber ausreden lassen
  • Zuhören wollen und können
  • das Angebot sprachanregender Aktivitäten
  • Gesprächsanlässe schaffen

Die Mitarbeiter haben hier – wie auch die Eltern zuhause – eine wichtige Vorbildfunktion. Abgestimmt auf das aktuelle Thema oder Projekt finden gezielte Angebote zur Sprachförderung statt:

  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Sing- und Bewegungsspiele
  • Gesprächsrunden
  • Rollenspiele

Störungen der Sprachfähigkeit wirken sich negativ auf die gesamte Entwicklung aus – auf die schulische Situation, den Kontakt zu Gleichaltrigen und auch auf die Beziehungen in der Familie. Da jedes Kind auch in der Sprachentwicklung sein individuelles Tempo aufweist, ist es uns wichtig, den Entwicklungsstand der einzelnen Kinder zu beobachten und bei eventuellen Auffälligkeiten die Eltern zu informieren und gezielte Fördermaßnahmen, wie z. B. Logopädie, zu empfehlen.

Bilingualität

Für eine frühe Mehrsprachigkeit spricht vieles. Neurowissenschaftliche Forschungen zeigen, dass so genannte Entwicklungsfenster für das Erlangen bestimmter Fähigkeiten im frühen Kindesalter nur für kurze Zeiträume geöffnet sind. Das “Sprachfenster”, das es ermöglicht, spielend zwei Sprachen gleichzeitig zu erwerben, ist beim Beginn des Fremdsprachenunterrichts in der Schule längst geschlossen, sodass die Kinder die Sprache dann bewusst und nach Regeln erlernen müssen. Wie wichtig Mehrsprachigkeit für die Entwicklung der Kinder ist, machte z. B. Prof. Dr. Henning Wode (Universität Kiel) 1998 in seinem Vortrag “Frühe Mehrsprachigkeit für Kinder. Chance oder Risiko?” deutlich:

  • Kinder, die zweisprachig aufwachsen, lernen später leichter weitere Fremdsprachen (beispielsweise Englisch oder Spanisch).
  • Kinder, die zweisprachig aufwachsen, haben eine höhere soziale Kompetenz.
  • Auch die erste Muttersprache wird ohne Einschränkungen und nahezu unverzögert gelernt, im Gegenteil: Französisch sprechende Kinder, die man im Elsass teilweise in deutscher Sprache betreute, beherrschten ihre erste Muttersprache besser, als monolingual aufgewachsene Kinder, und auch die Mathematikergebnisse der bilingual aufgewachsenen Kinder waren später etwas besser, als die der anderen (bessere kognitive Fähigkeiten wurden auch bei kanadischen Kindern nachgewiesen, die im Gegensatz zu ihren Altersgenossen bilingual – englisch/französisch – aufgewachsen waren).

Kinder eignen sich die Sprache sozusagen “nebenbei” an: z. B. während des Singens oder beim Ausüben immer wiederkehrender Tätigkeiten, die auf Englisch kommentiert werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass der intensive Kontakt mit einer zweiten Sprache ab 2 Jahren ein Sprachvermögen erzielt, das von einer echten Bilingualität kaum zu unterscheiden ist. Bereits lange vor der Einschulung werden die Kinder beide Sprachen verstehen und sich auch auf Englisch untereinander verständigen können – nebenbei Gelerntes bleibt im Kopf, ähnlich dem Fahrradfahren.

Spiel

Die Lebensform des Kindes ist das Spiel. Es dient der Entwicklung und Entfaltung der körperlichen und seelisch-geistigen Funktionen des Kindes. Spielen und Lernen verschmelzen in dieser Altersstufe zu einer Einheit. Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie besagen, dass Kinder bis zu 10 Jahren so viel wie möglich spielen sollen, weil es die Fähigkeit zu lernen optimal fördert.

In unserem Kindergarten wird das Spielen gefördert und angeregt: Bauecken, Puppenecken, Werkbänke, Bücher, Spiele und Puzzle werden für die Kinder jederzeit bereitstehen. Wir bieten den Kindern frei zugängliche Materialien wie Kleister, Knete, Stifte und vielseitig verwendbares Spielzeug. Die Kinder können nach Möglichkeit selbst entscheiden, wann, wie lange und mit wem sie spielen möchten. Grenzen und Regeln werden mit den Kindern gemeinsam verabredet.

Kreativität

Kreativität wörtlich übersetzt bedeutet schöpferische Kraft. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die schöpferischen Kräfte des Kindes zu fördern und dem Kind zu ermöglichen, seine emotionalen Kräfte weiter zu entwickeln. Vieles von dem, was Kinder im Kindergarten lernen, tragen sie nicht vorzeigbar in der Hand mit nach Hause. Trotzdem haben sie in der Kita eine Menge erfahren und gelernt – Qualitäten, die stark machen für das Leben.

Die schöpferische Kraft der Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Anhand von Erläuterungen für Lernerfolge im Kindergarten möchten wir aufzeigen, wie wirkungsvoll Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt werden können, ohne dass ein Ergebnis oder ein Produkt gleich ins Auge springt.

Kinder lernen ganzheitlich

Sie wollen nicht nur Dinge anschauen oder darüber reden. Sie wollen anfassen, daran riechen, schmecken, befühlen, damit experimentieren. Sinneswahrnehmungen sind die Grundlagen für ein differenziertes Vorstellungs- und Denkvermögen. Deshalb haben Kinder zwar häufig schmutzige Hosen und klebrige Hände, aber nur so machen sie all die Erfahrungen, die sie später einmal in die Lage versetzen, in der Schule mitzudenken und Zusammenhänge gedanklich nachvollziehen zu können.

Die Triebfeder zum Lernen ist die Neugierde

Das will ich wissen und ich traue mich – diese Einstellung wird im Kindergarten gefördert. Mit dem Messer sich selbst ein Brot schmieren, klettern, sägen – Kinder wollen Dinge „echt“ tun und nicht nur im Spiel. Im Kindergarten dürfen Kinder kochen, backen, werken, pflanzen und eigene Ideen verwirklichen. Sie malen Bilder, gestalten sie mit unterschiedlichen Materialien, musizieren, spielen im Sand, erfinden Geschichten etc.

Der Kindergarten bietet Zeit, Möglichkeiten und die Freiheit für eigene Ausdrucksformen. Dabei entwickeln Kinder Eigeninitiative und Phantasie, verfolgen ihre Ideen, finden eigene Wege und Lösungen und werden kreativ.

Bewegung

„Toben macht Kinder klug. Denn Bewegung steigert die Leistungs- und Lernfähigkeit von Kindern. Je mehr Reize aus dem Bewegungsapparat im Gehirn ankommen, desto besser entwickelt das Kind sich.“     S. Schneider

Warum ist Bewegung wichtig?

Allgemeine Ziele:

  • um sich gesund entwickeln zu können
  • um die eigenen körperlichen Fähigkeiten kennenzulernen, auszuprobieren und weiterzuentwickeln
  • um mit anderen Kontakt aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam spielen zu können
  • um spielerisch und durch Bewegung Gegenstände und Objekte kennenzulernen
  • um dem elementaren Bedürfnis nach Fortbewegung und Veränderung entgegenzukommen
  • um Lebensfreude beim Kind aktiv zu unterstützen
  • um körperliche und motorische Entwicklung zu ermöglichen
  • um dazu beizutragen, dass jedes Kind die Chance erhält, eine positive Beziehung zu sich selbst, zu seinem Körper und zu seinen Fähigkeiten aufzubauen

Sensorischer Bereich:

  • weil das Kind seine Umwelt mit allen Sinnen wahrnimmt und vielfältige Angebote und Reize braucht
  • weil sich hierbei die grob- und feinmotorische Gewandtheit und Geschicklichkeit entwickelt
  • um sich orientieren zu können
  • um die eigene Bewegung koordinieren zu können
  • um situationsangemessen auf äußere Reize reagieren zu können
  • um die Umwelt sinnlich wahrnehmen und begreifen zu können.

Sozial – Emotionaler Bereich:

  • Förderung von Gruppenerlebnissen und sich in einer Gruppe einordnen
  • eigene Bedürfnisse und Interessen ausdrücken
  • die Bedürfnisse und Wünsche anderer wahrnehmen
  • ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen
  • Ausdruck von Gefühlen, z. B. Wut, Freude …
  • Ausleben von Gefühlen

Kognitiver Bereich:

  • die Umwelt handelnd zu erfahren und sich mit ihren Gegebenheiten auseinanderzusetzen
  • die Eigenschaften von Geräten und Materialien wahrzunehmen, zu erkunden und entsprechend mit ihnen umzugehen
  • eigene Spiele zu entwickeln und sie anderen Kindern mitzuteilen
  • Spielregeln zu verstehen und einzuhalten
  • eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln
  • die Grundlage für eine positive Sprachentwicklung zu ermöglichen

Beobachtungen

Unsere Aufgabe ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, d. h. auch, sie zu beobachten, um sie zu verstehen. Die Beobachtung ist unser Handwerkszeug, sie ist unerlässlich. Es ist ein Instrument pädagogische Ziele stärker am einzelnen Kind und an seinen Bedürfnissen auszurichten.

Die Beobachtung umfasst wichtige Bereiche, die für die Beurteilung des kindlichen Entwicklungsstandes von Bedeutung sind. Sie soll deutlich machen, was ihr Kind bereits alles kann, wo seine Stärken liegen, aber auch, wo es möglicherweise noch Hilfe und Unterstützung in seiner Entwicklung braucht.

 

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